Pavillon Bellevue

 Bellevue offene Fenster  Postkarte Bellevue  Gruss aus Ebersdorf, Reuss - Kurort

Im Jahre 1783 ließ Heinrich XXXV. Reuß, Graf und Herr zu Lobenstein auf der höchsten Erhebung der damals neu angelegten Lindenallee zwischen Ebersdorf und Lobenstein (545 m ü. NN) ein geschmackvolles herrschaftliches Lusthaus errichten. Das Gebäude wurde nahe der Landesgrenze zwischen den zwei reußischen Residenzen gesetzt; aber auf Lobensteiner Territorium und sollte die enge Verbundenheit beider Fürstenhäuser bekunden. Geografisch und städtebaulich bezieht sich der Pavillon auf das Ebersdorfer Schlossensemble. Wegen der schönen Fernsicht in alle Gegenden erhielt das Gebäude den Namen Bellevue. Das Gebäude ist ein einfacher, aber in seiner Weise recht geschmack­voller Bau mit klassizistischen Zügen. Der Pavillon ist ein achteckiger Kuppelbau mit zwei quadratischen Seitenflügeln. Die Stirnseiten der Flügel sind jeweils mit einem viersäuligen Portikus verziert. Mitte des 19. Jhdt. wurde das Gebäude als „Kursaal“ bezeichnet und stand den Ebersdorfer Kurgästen für gesellige und musikalische Veranstaltungen zur Verfügung. Seit der Enteignung der ehemaligen Fürstenhäuser ist das Objekt im Eigentum der Kommune. In den 1960er bis 1980er Jahren diente es der Unterbringung der Requisiten des ehemaligen Dorftheaters Ebersdorf. Seit der Auflösung des Dorftheaters  steht das Gebäude leer und verfällt zusehends, wenngleich es mehrfach mit Denkmalschutzmitteln saniert wurde. Lediglich noch vorhandene Stuckelemente mit Reliefs von Emblemen der Musik an den Wänden, Stuckrosetten an der Decke und andere Details aus der Vergangenheit lassen den einstigen Glanz des Gebäudes erahnen. Wegen des desolaten Zustandes ist das Objekt für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich.