Friesau-Kirche1AltarDie Kirche in Friesau

Die St. Leonhart Kirche zu Friesau steht heute unter Denkmalschutz. Sie zählt zu den ältesten und wertvollsten Kirchen in der Region. Die Entstehung kann um oder kurz nach 1200 angenommen werden. Zu dieser Zeit kamen fränkische Siedler, die bereits Christen waren,  in unsere dünn besiedelte Region und schufen sich Gotteshäuser. Offenbar war schon das älteste Gebäude eine Chorturmkirche. Als sie zu klein wurde, erbaute man zwischen 1415 und 1440  an Stelle der einst schon vorhandenen Apsis den heute noch bestehenden Altarraum.  Auch das Langhaus wurde vergrößert. 1818 wurde eine gewölbte Sakristei abgerissen, die vielleicht ursprünglich eine Seitenkapelle war, in der einer der kleineren Altäre stand. Es ist schon bemerkenswert, dass in der Friesauer Kirche neben dem Hauptaltar noch zwei weitere Schnitzaltäre erhalten geblieben sind.

Die Kirche zu Friesau gilt als eine ursprüngliche Wehrkirche. Dafür sprechen die Fundamente und auch die Reste der alten Umfassungsmauer. Schon vom äußeren her hebt sich die  Kirche von anderen ab und zeigt damit ihr hohes Alter. Der Turm trägt eine zeltförmige Dachhaube, die auf allen Seiten stark vorkragt. Das diente der Verteidigung. Durch Öffnungen im Boden wurden Angreifer mit Steinen oder Geschossen abgewehrt.

Im Zuge der Baumaßnahmen Anfang des 15. Jhdt. wurde die Kirche mit einer sehr reichhaltigen und kostbaren Innenausstattung versehen.

   

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der Marienaltar / Hauptaltar der Kirche

stammt aus dem Jahre 1447 und ist über all die Jahrhunderte sehr gut erhalten. Bei geöffneten Flügeln stellt der linke Flügel Kaiser Heinrich II. von Bamberg mit seiner Gemahlin Kunigunde dar. Der rechte Flügel zeigt die beiden Schutzheiligen Laurentius und Sebaldus. Im Mittelschrein stehen Maria mit dem Christuskind und rechts und links die beiden namensgebenden Patrone der Kirche, Leonhard und Nikolaus. Letzterer hatte viel für die Armen übrig und hat in der Vorweihnachtszeit immer Gaben unter den Kindern verteilt. Leonhard ist auch der Schutzheilige dieser Kirche. In dem geschnitzten Aufbau über dem Altar befindet sich eine Kreuzigungsgruppe.Auch die Rückwand des Altares ist bemalt, was eine Besonderheit darstellt.

Neben diesem Hauptaltar gibt es in der Kirche noch zwei weitere gotische Seitenaltäre. Sie stammen etwa aus dem Jahr 1515 aus einer Saalfelder Werkstätte. Der Schnitzer war Hans Gottwald.

ov_michaelisaltar der Michaelisaltar

hat seinen Namen, weil im Gesprenge oben der Erzengel Michael dargestellt ist. Links am Flügel sieht man Maria Magdalene, die eine Salbenbüchse in der Hand hält. Weiter befindet sich Dyriacus mit dem Schwert, einer der vierzehn Schutzheiligen gegen die bösen Geister auf diesem Flügel. Links im Schrein ist Jakobus der Ältere, ein Jünger Jesu zu sehen. In der Mitte ist Johannes der Täufer mit dem Lamm und der Siegesfahne zu erkennen. Im Schrein rechts ist nochmal Leonhardt zu sehen. Dem Betrachter werden noch eine Reihe weiterer Heiligenfiguren begegnen. Eine sehr schöne Schnitzarbeit ist die Abendmahlsgruppe in der Predella des Seitenaltares.

 

der  Abendmahlskelch

Kelch kleinSehenswert ist der Abendmahlskelch aus dem Jahre 1509, ein Werk des Schleizer Goldschmiedes Andreas Eckart. Der Legende nach ist der Kelch das Beweisstück für eine erfolgte Heilung. Um 1509 erkrankte die Tochter des Schleizer Bürgermeisters Johann Verber, weshalb er mit ihr eine Wallfahrt nach Friesau unternahm. Die Tochter konnte geheilt werden. Aus Dankbarkeit soll er diesen Kelch gestiftet haben. Diese Jahreszahl ist auch am Kelch eingraviert. Der Goldschmied Andreas Eckert aus Schleiz fertigte den Kelch an. Das Besondere daran ist, dass die Figuren am Fuß des Kelches denen am Altar gleichen. Am Kreuz kniet jedoch noch zusätzlich ein junges Mädchen: die gesund gewordene Tochter des Bürgermeisters. Die Geschichte erzählt weiter, dass der Kelch im dreißigjährigen Krieg von den Schweden geraubt worden sei und genau zur Weihnachtszeit wieder auftauchte. Vor ein paar Jahren wurde der Kelch aufwändig restauriert.