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Geschichte & Sagen

Seeteufel

1. Die Sage vom Saalburger Seeteufel

Vor langer, langer Zeit lebte auf dem Grunde der Saale ein kleiner Teufel. Es war kein böses, sondern ein ganz freches und lustiges Teufelchen, immer zu Streichen aufgelegt. Besonders gern neckte er die Flößer auf der Saale bei ihrer schweren Arbeit. Eines Tages aber hatte das Teufelchen einen richtigen Hunger auf einen Streich. Es nahm riesige Steine und verstopfte damit an der engsten Stelle des Saaletales, dort wo die Bleilöcher waren, den Lauf der Saale, um damit die Flößer zu ärgern. In dieser Nacht regnete es, was nur vom Himmel herunter konnte. Dazu gab es noch ein schweres Gewitter. Die Menschen, die weiter unterhalb am Lauf der Saale lebten, wie in Ziegenrück, bekamen panische Angst vor dem zu erwartenden Hochwasser der Saale, das immer ihre Felder, Wiesen und Häuser erfasst hatte und sie um ihr sauer verdientes Geld brachte. Doch welch ein Wunder! Das Hochwasser blieb aus! Dafür bildete sich bei Saalburg ein wunderschöner See! Das brachte die Menschen nun auf die Idee, einen festen Staudamm zu errichten, der künftig die Hochwassergefahr bannen sollte. Leider kam die Wohnhöhle des Teufelchens auch mit unter Wasser. Seit dieser Zeit lebt das Teufelchen nun tief unten im Stausee und wird der Saalburger Seeteufel genannt. Noch heute kann man, wenn man Glück hat, in Vollmond-Nächten, in der Nähe der Staumauer den Saalburger Seeteufel lachen hören.

 

Urheberrechte bei Helga Zorn und Jürgen Zobel

 

Nixe Saale illustriert von Sven Samesch

2. Die Nixe Saala

Für eine Seite mit Sagen von der Oberen Saale ist es fast schon Pflicht sich mit der Herkunft des Namens Saale zu beschäftigen. Und tatsächlich gibt es mehrere Sagen, die sich mit der Namensgebung der Saale beschäftigen. Die Bekannteste in unserer Region ist die Sage von der Nixe Saala. Damals als der Fluss noch über das platte Land floss, als die Berge noch keine Namen hatten, als es am Fluss noch nicht einmal Berge gab, geschweige denn Menschen, als auch der Fluss ohne Name dahin rauschte, also vor uralten Zeiten, da tauchte die Nixe Saala im Fluss auf. Weil es aber keine Berge gab, waren die Felsen auch sehr rar. Aber sie fand einen und setzte sich gleich darauf um ihr Haar zu trocknen und sich ein bisschen auszuruhen.


Als sie sich nun so auf ihren Felsen sonnte, fragte sie sich: „Wie kann ich den anderen von diesem schönen Ort erzählen, wenn der noch nicht mal einen Namen hat?“ Also beschloss sie dem Fluss einen Namen zu geben und weil sie nicht ganz uneitel war fiel ihr nur ein Name ein, der schönste auf der ganzen Welt: Ihrer. Seit dem trägt der Fluss den Namen Saala, aus dem im Laufe der Zeit Saale wurde. Und weil sie sich hier so wohlfühlte wurde der Felsen auf dem sie sich sonnte zu ihren Lieblingsplatz, zu dem sie immer wieder zurück kam, auch als sie Nixen aus anderen Quellen traf und in ihren Kreis aufgenommen wurde. Als dann die ersten Menschen an die Saale kamen, verehrten sie die Nixe Saala als ihre Flussgöttin. Der Felsen auf dem sich die Nixe sonnte bekam den Namen Saalas Altar.

 

Urheberrechte für Text und Bild bei Sven Samesch

Impressum von der oberen Saale und aus Ostthüringen (sagen-obere-saale.de)

 

Wie die Saale zu ihrem Namen kam Sven Samesch

3. Wie die Saale zu ihrem Namen kam

Eine weitere Sage wie die Saale zu ihrem Namen kam wird vor allem in Oberfranken erzählt. So hat vor sehr langer Zeit in den dichten Wäldern im Fichtelgebirge eine große Jagd statt gefunden. Dabei wurde ein Hirsch krank geschossen. Für Nichtjäger: er wurde angeschossen und konnte fliehen. Bei der Verfolgung des Hirsches, verlor ein junger Jäger, der die Gegend nicht kannte, die Gruppe der anderen Jäger und verirrte sich im dichten Wald, der damals noch keine Wege und Steige hatte, nur Dickichte, Felsspalten und dunkle Täler. So irrte er viele Tage ohne Pause in der wilden Natur umher, ohne auch nur eine menschliche Spur zu finden. Das macht natürlich der stärkste Körper nicht mit und so sank er bei der ersten Rast zu Boden und schlief ein. Nach der ersten Tiefschlafphase kam er ins Träumen. Und weil sein Mund ganz trocken war, rief er im Schlaf: „Wasser, Wasser, ich brauche Wasser!“ Da erschien ihm plötzlich eine wunderschöne Quellnixe, die sofort Wasser aus einem kleinen Rinnsal, direkt neben ihm Wasser schöpfte und es ihm zum Trinken reichte. Das Rinnsal muss er wohl in seiner Erschöpfung übersehen haben. Nachdem er soviel getrunken hat, dass sein Durst nachließ, fragte er nach ihrem Namen. „Ich heiße Saala“ antwortete die Nixe. „Du bist in meinem Reich“ erklärte sie weiter. „Alle tausend Jahre verirrt sich ein Mensch hier her und wenn ich ihn vor dem Verdursten retten kann, darf ich weitere tausend Jahre hier leben. Du brauchst mir also nicht danken, denn deinetwegen darf ich weiter auf der Erde bleiben.“ Der Jäger überlegte wie er dennoch seinen Dank über die Rettung ausdrücken konnte. Nach einer kurzen Bedenkzeit antwortete er: „Wenn du schon keinen Dank haben willst, kannst du mich doch nicht davon abbringen den kleinen Bach nach dir zu benennen. Er soll Saala heißen und ich will an seinen beiden Ufern entlang gehen und jedem Menschen von deiner guten Tat erzählen. So wird deinen Namen bald jeder kennen und du wirst berühmt sein für alle Zeit. Nachdem er die Worte gesprochen hatte wachte er neben dem kleinen Bach auf. Und weil Jäger in der Regel ihre Versprechen halten, machte er sich auf den Weg. Der Bach wurde an jedem Tag seiner Wanderung breiter und führte mehr Wasser. Mit jedem Tag traf er auch mehr Menschen, denen er allen seine Geschichte erzählte. So bekam der bis dahin namenlose Fluss seinen Namen.

 

Urheberrechte für Text und Bild bei Sven Samesch

Impressum von der oberen Saale und aus Ostthüringen (sagen-obere-saale.de)

 

Karte Ort Wettera Sven Samesch

4. Die Rache der Saalenixe

Heute soll es um die Saalnixe gehen. Die Geschichte besagt, dass nur ein einziger Mensch die Saalnixe jemals gesehen hat und das war ein Holzfäller. Er wohnte in dem Dorf Wettera, das man auf heutigen Landkarten nicht mehr finden wird weil es auf dem Grund des Bleilochstausees wäre. Aber auch auf alten Landkarten taucht der Name nur noch als Wüstungsort auf. Das Dorf wurde schon vor langer Zeit verlassen und so verfiel es, bis nichts mehr von ihm zu sehen war. Nur ein Flurname und diese Sage erinnerte noch an das Dorf. Die Lage wird mit "1000 Schritt flussaufwärts von der Mündung des gleichnamigen Baches" beschrieben. Es dürfte also zwischen Gräfenwarth und Kloster an der Wettera gelegen haben, also nicht weit entfernt von der heutigen Brücke über den Stauseearm der Wetterabucht. Zurück zu unserem Holzfäller. Der Mann arbeitete für des Kloster "zum heiligen Kreuz", das heute nur noch als Ort Kloster bekannt ist. Zum Kloster gehörten damals die ausgedehnten Wälder zwischen Remptendorf, Burgk und den Bleilöchern. Diese Bleilöcher sind heute sehr bekannt weil genau an der Stelle die Bleilochtalsperre errichtet worden ist und diese so zu ihrem Namen kam. An einem Abend kam der Mann also von seiner Arbeit und lief an der Saale entlang nach Hause. Als er an die Bleilöcher kam, meinte er über dem Wasser des Flusses eine helle Gestalt zu sehen. Ganz Vorsichtig und ohne ein Geräusch legte er sein Werkzeug auf den Boden und schlich leise und neugierig näher heran. Da sah er sie, die Saalnixe, von der wohl jeder die Sage kannte, die aber noch nie ein Mensch zu Gesicht bekommen hat. Sie stieg gerade aus dem Wasser, sodass er sie aus der Nähe betrachten konnte. Sie erschien ihm schöner als der Sonnenschein. Auf ihrer leicht grünlichen Haut trug sie schwanenweiße Gewänder, die hauchdünn wie die von Elfen waren. Ihr Haar schimmerte in der Abendsonne wie pures Gold. Sie stellte sich ans Ufer und wusch ihre Wäsche, dabei summte sie eine zauberhafte Melodie vor sich hin. Dem Holzfäller klopfte bei dem Anblick das Herz bis zum Hals. Er wagte kaum zu atmen und konnte doch seinen Blick nicht abwenden, von diesem herrlichen Bild. Doch dann gellte plötzlich der Ruf einer Eule von einem Felsen ganz in der Nähe, woraufhin die Nixe schnell ihre Sachen zusammenraffte und an der dunkelsten Stelle verschwand, dort wo die Saale gurgelnd einen reißenden Strudel bildete. Der Mann blieb wie erstarrt zurück und konnte erst eine ganze Weile später seinen Heimweg antreten, den er dann immer noch etwas benommen, wie im Traum beschritt. An dieser Stelle will ich nochmal einhaken. In unserer Vorstellungswelt von heute setzen wir Nixen mit Meerjungfrauen gleich. Und denkt da nicht jeder gleich an Arielle die kleine Meerjungfrau, mit menschlichen Oberkörper und einem Flossenunterleib. So eine Nixe braucht natürlich keine Kleider und muss diese auch nicht waschen. Allerdings stellte man sich damals unter Nixen eher Flussgeister vor, die sowohl Füße als auch Kleider hatten, wunderschön aussahen und betörend singen konnten. Berühmte Nixen waren unter anderem die Lorelei am Rhein und die Sirenen aus der Odyssee. Nun aber zurück zur Saale und zu unserer Geschichte. Der Holzfäller beschloss die Sache für sich zu behalten. Lange Zeit klappte das auch gut, bis er eines Abends mit den Knechten vom Kloster bei einem Würfelspiel und viel Bier im Wirtshaus zusammen saß. Die Knechte prahlten im Angesicht des Alkohols mit ihren Wundertaten, was sie nicht schon alles gesehen und erlebt hatten. Da wollte der Holzfäller auch nicht zurückstehen und erzählte von seinem Geheimnis. Die Zechbrüder wollten es natürlich nicht glauben, lachten ihn aus und nannten ihn sogar einen Prahlhans. Das kränkte ihn und nach einigem Hin und Her, brachten ihn zwei Knechte dazu, dass er sie in der folgenden Nacht, der Johannisnacht, zu der Stelle führte, wo er die Saalnixe gesehen hatte. Er sollt sie ihnen zeigen.


Die Drei wanderten also am nächsten Abend zu der Stelle und warteten in einem Versteck. Doch die Saalnixe ließ sich nicht blicken. Nach einiger Zeit wurden sie ungeduldig und fingen an die Saalnixe zu rufen. Dabei wurden sie immer frecher und die Worte immer derber, mit denen sie die Saalnixe schlussendlich gar beschimpften. Schließlich machten sie sich auf dem Heimweg. Allerdings waren sie Teils wegen der ausbleibenden Saalnixe, Teils wegen des vermeintlichen Prahlhansels so voller Kroll und Erregung, dass sie bei der Querung der Saale von der seichten Furt abkamen und in den gewaltigen Strudel der Bleilöcher gerieten, der sie sogleich verschlang. So rächte sich die Saalnixe für die ihr angetanen wüsten Beschimpfungen auf eine sehr harte Weise. Seitdem aber, so erzählen sich die Leute an der Wettera und an der Saale, dass die Saalnixe jedes Jahr an Johannistag, also am 24. Juni, ihr Opfer sucht.

 

Urheberrechte für Text und Bild bei Sven Samesch

Impressum von der oberen Saale und aus Ostthüringen (sagen-obere-saale.de)

 

Ritter Kober illustriert von Sven Samesch

5. Ritter Kober und der Kobersfelsen

Der schönen Gräfin Elisabeth von Burgk lagen die Ritter der Umgebung zu Füßen. Aber sie liebte allein den Ritter Kober. Allerdings machte sie ihm aus unerklärlichen Gründen keine Hoffnung. Ja, sie bevorzugte extra noch andere und kränkte ihn mit beißendem Spott. Vielleicht war sie einfach zu stolz, sich selbst ihre Gefühle einzugestehen und ihm ihre Gefühle zu zeigen. Eines Tages verkündete sie, dass sie nur den heiraten würde, der mit dem Pferd über die Saale spränge, und zwar vom hohen Felsen, der die Saale an der Stelle überragt, wo sie einen Knick im rechten Winkel macht. Alle Ritter winkten mit der Begründung ab, das sei doch Wahnsinn. Doch der Ritter Kober versuchte den Sprung, gegen alle Einwände seiner Freunde und Mitstreiter. Er nahm langen Anlauf mit seinem schnellen Pferd und sprang kräftig ab. So erreichte er sogar das gegenüber liegende Ufer, doch bei der Landung brach sein Pferd zusammen und begrub ihn unter sich. Man brachte ihn nach Burgk, wo er in den Armen der herzlosen Gräfin verstarb. Die Gräfin erkannte ihren großen Fehler, gab ihren Titel auf und ging ins nahe Kloster zum Heiligen Kreuz, um als Nonne ihren Leben einen wahrhaften Sinn zu geben. Jener Felsen, der am Saaleknick stolz in die Höhe reicht nannte man seit der Zeit den Kobersfelsen.

 

Urheberrechte für Text und Bild bei Sven Samesch

Impressum von der oberen Saale und aus Ostthüringen (sagen-obere-saale.de)

 

Ortsansicht Zoppoten

6. Fakten zur Geschichte von Zoppoten

Ursprünglich slawische Siedlung deren Gründung in eine sehr frühe Zeit fällt. 

 

Um 1211 erfolgte nachweislich der Umbau einer kleinen Kapelle um ein Langhaus durch den Deutschen Ritterorden. Dies wurde als Anlass für die 2011 durchgeführte 800-Jahrfeier genommen. Durch mehrmalige Erweiterungen und Umbauten entstand die heutige St. Martin Kirche.

Der Name Zoppoten ist wahrscheinlich wendischen Ursprungs. Zur Zeit der Reformation „Zcopoten“ geschrieben, bereits ab 1360 auch nachweislich die Schreibweise „Zoppoten“. Es könnte Lagerplatz oder auch Gerichtsstätte bedeutet haben. Zoppoten liegt an der alten Handelsstraße. Von Nürnberg kommend führte sie über Lobenstein, vorbei am Grünen Esel, und der „Echobank“ auf die Zoppotener Flur. Vorbei an der Feldscheune, dem Lobensteiner Teich, Richtung Anger zum Dorf und durch das Dorf die Huhle rauf zur Ratte und weiter Richtung Leipzig. Die „fahrenden Leute“ konnten in Zoppoten versorgt werden und Dienstleistungen der ortsansässigen Handwerker in Anspruch nehmen. Am Weg lagen die heute noch sichtbaren, leider aber geschlossenen Gasthäuser: im Schloss das Gasthaus „Dietzsch“ Ersterwähnung 1636, in der Ortsmitte das Gasthaus „Grimm“ 1585 und am Ortsausgang das Gasthaus „Ratte“ (der Name soll entstanden sein, weil der frühere Besitzer stets eine Rattenfellmütze getragen hat)

 

Am „Zoppotbach“ liegt noch heute sichtbar die ehemalige Getreidemühle, heute Eigentümer Herbert Wolfram. Im Stausee versunken ist die auf Zoppotener Flur gelegene „Ruhmühle“ erstmals 1612 erwähnt. Aufgrund der Saaleflutung 1931/1932 wurde dies in Ebersdorf neu aufgebaut und arbeitet dort bis heute als Getreidemühle.

In früheren Zeiten teilte sich das Dorf in Ober- und Unterzoppoten und gehörte zu verschiedenen Rittergütern. Das Rittergut Unterzoppoten gehörte Herren die einem höheren Adelstand entstammten und somit z.Bsp. sein eigenes Gericht hatten. Aus diesem Grund befand sich im „Schloss“ ein Gefängnis, heute Kellerbar.

 

1729 kam das Rittergut an die Familie Reitzenstein, deren Wappen heute noch in der Kirche sichtbar ist und das Wappen von Zoppoten darstellt. Nach Zerschlagung der beiden Rittergüter 1781 wurden diese an einheimische Bauern „Herrenbauern“ verkauft. Zoppoten wurde schon immer von Landwirtschaft und Handwerk geprägt. 1953 wurde die LPG gegründet, noch heute sichtbar durch Stallanlagen und Werkstattgebäude. In den 50-iger Jahren wurde in der „Biere“ ein Flurstück an der Saale ein Erholungsgebiet für „Verdienstvolle Bürger“ vom Rat des Kreises ausgewiesen. Dort wurden von Betrieben und Bürgern ca. 250 Bungalows gebaut, welche bis heute zur Erholung genutzt werden. Zoppoten hatte zu der Zeit ca. 550 Einwohner und in der Saison doppelt so viele Sommergäste.  Heute hat Zoppoten ca. 300 Einwohner.

 

1993 wurde Zoppoten Teil der Gemeinde Ebersdorf /Thüringen und 2003 Teil der Stadt Saalburg-Ebersdorf.

 

Verfasserin: Marianne Graf