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50 Leinwände, eine Region: Gemeinschaftskunstwerk verbindet das Thüringer Meer

Aus 50 einzelnen Leinwänden ist ein gemeinsames Bild der Region entstanden: Im Rahmen des Kulturthemenjahres „WasserKunst“ 2026 wurde beim diesjährigen Frühlingsmarkt der Stadt Saalburg-Ebersdorf das Projekt „Thüringer Meer Skyline – Pouring Aktion“ umgesetzt. 50 Menschen aus der Region beteiligten sich daran. Nun ist aus ihren ganz individuellen Werken ein großes Gemeinschaftskunstwerk geworden, das die Landschaft entlang des Thüringer Meeres verbindet.

 

Die Idee hinter dem Projekt stammt von den beiden Künstlern Sarah Glück und Florian „Floh“ Pasold aus Bad Lobenstein. Kennengelernt hatten sich die beiden über ihre gemeinsame Leidenschaft für das Malen. Sarah besuchte einen von Florians Malkursen – und schnell zeigte sich, dass ihre eigentlich sehr unterschiedlichen künstlerischen Handschriften erstaunlich gut miteinander harmonieren.

 

Während Sarah detailgetreu und realistisch arbeitet und unter anderem Aquarell und Pastellkreide nutzt, fühlt sich Florian vor allem in der abstrakten Kunst zu Hause. Eine seiner Techniken ist das sogenannte Pouring. Dabei werden flüssige Acrylfarben auf die Leinwand gegossen oder geschüttet und anschließend durch deren Bewegung zum Verlaufen gebracht. Auf diese Weise entstehen abstrakte Farbverläufe und Strukturen, die jedes Werk zum Unikat machen.

Erste gemeinsame Arbeiten der beiden zeigten, wie gut sich diese unterschiedlichen Techniken ergänzen können: Florians abstrakte Pouring-Hintergründe wurden durch Sarahs detailreiche Arbeiten weiterentwickelt. Aus diesem Zusammenspiel entstand schließlich die Idee für ein deutlich größeres Vorhaben.

50 Menschen gestalten gemeinsam

Mit dem Projekt „Thüringer Meer Skyline – Pouring Aktion“ griff die Stadt Saalburg-Ebersdorf diese Idee für das Kulturthemenjahr „WasserKunst“ 2026 auf. Das Vorhaben wurde über das SO Kulturbudget 2026 im Rahmen des Projektes „Saale-Orla Kulturvernetzung“ unterstützt. Träger des SO Themenjahres 2026 ist die LEADER-Aktionsgruppe Saale-Orla e. V.; die Maßnahme wird durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur gefördert.

 

Am 9. Mai 2026 war es schließlich so weit: Beim Frühlingsmarkt der Stadt Saalburg-Ebersdorf wurde aus der Projektidee eine große Mitmachaktion. Insgesamt 50 Besucherinnen und Besucher konnten jeweils eine 20 mal 20 Zentimeter große Leinwand gestalten. Sarah Glück und Florian Pasold bereiteten die Aktion vor, begleiteten sie und unterstützten die Teilnehmenden bei der Gestaltung ihrer eigenen Pouring-Werke.

 

Vorgegeben war die Farbwelt: Aus verschiedenen Blau- und Grüntönen sowie Weiß und Silber konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auswählen – Farben, die Wasser, Himmel und Natur rund um das Thüringer Meer aufgreifen. Welche Farben auf die eigene Leinwand kamen, wie sie dosiert wurden und auf welche Weise sie miteinander verliefen, blieb jedem selbst überlassen.

So entstanden 50 individuelle Bilder von 50 unterschiedlichen Menschen – und damit genau das, was den Kern des Projektes ausmacht.

Denn von Anfang an ging es nicht darum, dass am Ende 50 kleine Kunstwerke nebeneinanderstehen. Vielmehr sollte die Zusammenarbeit vieler Menschen rund um das Thüringer Meer in einem gemeinsamen Kunstobjekt sichtbar werden. Dieser Gedanke bildete bereits im ursprünglichen Projektkonzept den Kern der gesamten Aktion.

Die Saale als verbindendes Element

Das Thüringer Meer umfasst eine große und vielfältige Region. Die einzelnen Orte liegen teilweise weit auseinander, haben ihre eigenen Geschichten und Identitäten – und sind dennoch miteinander verbunden.

Diese Verbindung ist die Saale.

 

Für Sarah Glück und Florian Pasold lag deshalb der Gedanke nahe, aus den vielen einzelnen Arbeiten ein Kunstwerk zu schaffen, das genau dieses Zusammenwachsen sichtbar macht. So wie die Saale die Orte und Landschaften miteinander verbindet, sollten auch die 50 Leinwände zu einem großen Ganzen verschmelzen.

 

Nach dem Frühlingsmarkt begann daher der zweite, wesentlich aufwendigere Teil des Projektes. Die einzelnen Pouring-Werke mussten zunächst vollständig trocknen und anschließend zu einer großen Fläche zusammengefügt werden. Unterstützung erhielten die Künstler dabei von Jürgen Franz, dem Vater von Sarah Glück. Er fertigte die notwendige Holzkonstruktion an, auf der die einzelnen Leinwände anschließend aufwendig mit Montagekleber befestigt wurden.

Schon im ursprünglichen Projektantrag war vorgesehen, die 50 Einzelbilder als Hintergrund für Wasser und Himmel einer großen „Thüringer-Meer-Skyline“ zu verwenden.

Eine künstlerische Reise durch die Thüringer-Meer-Region

Auf diesem außergewöhnlichen Untergrund begann Sarah Glück anschließend mit ihrer Detailarbeit. Mit Pastellkreide entstand über den 50 Pouring-Bildern nach und nach eine zusammenhängende Landschaft.

 

Das fertige Motiv nimmt den Betrachter mit auf eine Reise durch die Thüringer-Meer-Region: von Ziegenrück über Schloss Burgk und Saalburg-Ebersdorf bis nach Bad Lobenstein und zum Beginn des Rennsteigs.

Damit verbindet das Bild nicht nur unterschiedliche künstlerische Techniken und die Arbeiten von 50 Menschen. Es bringt auch verschiedene Teile einer Region zusammen, die sich zunehmend als gemeinsame Destination versteht.

 

Gerade darin liegt die besondere Symbolik des Werkes: Jeder der 50 Beteiligten hat einen kleinen, ganz individuellen Teil geschaffen. Für sich allein ist jede Leinwand ein eigenes Kunstwerk. Erst zusammengesetzt und durch die darüberliegende Landschaft miteinander verbunden, entsteht jedoch das vollständige Bild.

Nach vielen Stunden Detailarbeit wurde das fertige Motiv schließlich versiegelt und mit Acrylspray fixiert, damit die mit Pastellkreide entstandenen Elemente dauerhaft geschützt sind.

Kunstwerk an die Stadt übergeben

Am 7. September kehrte das fertige Kunstwerk nun an den Ort zurück, an dem die 50 Einzelbilder rund vier Monate zuvor entstanden waren. Dort wurde die „Thüringer Meer Skyline“ feierlich an die Stadt Saalburg-Ebersdorf übergeben.

 

Bürgermeister Carsten Hahn zeigte sich stolz und zufrieden mit dem Ergebnis. Auch Caro Zamfirescu die Vertreterinnen der Kulturvernetzung Saale-Orla, Alexander Pilling von der LEADER Saale Orla Gruppe sowie Ideengeber und Antragsteller Julian Pinske freuten sich über die gelungene Umsetzung des geförderten Vorhabens.

 

Aus einer Mitmachaktion beim Frühlingsmarkt ist damit ein bleibendes Gemeinschaftswerk entstanden – geschaffen von Menschen aus unterschiedlichen Teilen der Region und vollendet durch zwei Künstler, deren ganz unterschiedliche Stile sich zu etwas Neuem verbunden haben.

Das Projekt zeigt zugleich auf besondere Weise, wofür das Kulturthemenjahr „WasserKunst“ stehen kann: Menschen über Kunst miteinander in Verbindung zu bringen und den Blick auf das Wasser als prägendes und verbindendes Element unserer Region zu richten.

Wird die „Thüringer Meer Skyline“ zum Wanderkunstwerk?

Vielleicht wird auch der künftige Weg des Kunstwerkes seinem Grundgedanken folgen. Sarah Glück und Florian Pasold ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen aus der Region die „Thüringer Meer Skyline“ sehen können. Deshalb wird derzeit darüber nachgedacht, das Bild nicht dauerhaft an nur einem Ort zu zeigen, sondern es als Wanderkunstwerk durch die Thüringer-Meer-Region reisen zu lassen.

Bereits im ursprünglichen Projektantrag war bewusst offengelassen worden, wo das fertige Gemeinschaftswerk einmal seinen Platz finden wird. Die Idee eines Wanderkunstwerkes würde diesen Gedanken nun noch weiterführen: Ein Bild, das vom Zusammenwachsen einer Region erzählt, könnte selbst durch diese Region wandern.

Sobald feststeht, wo und wann die „Thüringer Meer Skyline“ erstmals öffentlich ausgestellt wird, werden wir darüber informieren.

Gemeinsame Leidenschaft weitergeben

Ihre Begeisterung für die Kunst geben Sarah Glück und Florian Pasold auch unabhängig von diesem Projekt weiter. Beide bieten regelmäßig eigene Kurse an. Sarahs Aquarellkurse finden in Schleiz und Ebersdorf statt. Florian bietet Pouring-Kurse sowie das beliebte Format „Pinsel & Prosecco“ in Bad Lobenstein an.

Interessierte können sich über aktuelle Termine unter anderem im Veranstaltungskalender der Stadt Saalburg-Ebersdorf sowie direkt bei den beiden Künstlern informieren.

 

Das Projekt „Thüringer Meer Skyline – Pouring Aktion“ wurde im Rahmen des SO Kulturthemenjahres „WasserKunst“ 2026 umgesetzt. Träger des Themenjahres ist die LEADER-Aktionsgruppe Saale-Orla e. V. Die Maßnahme wird durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur gefördert.

 

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Text: Linda Richter Bilder: Linda Richter und Julian Pinske

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Saalburg-Ebersdorf
Di, 08. September 2026

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